Ammerland-Allianz für Bildung und Qualifizierung

Als Reaktion auf die gegenwärtige Flüchtlingssituation gründeten die Ammerländer Bildungsträger, AiA (Arbeitsinitiative im Ammerland e. V.), AlRa (Arbeitsloseninitiative Rastede e. V.), DEULA Bildungs- und Technologiezentrum GmbH, Evangelisches Bildungswerk Ammerland (EBA), Ländliche Erwachsenenbildung e. V. (LEB) und die Kreisvolkshochschule Ammerland gGmbH (kvhs), im Frühjahr 2016 die Ammerland-Allianz für Bildung und Qualifizierung. Gemeinsames Ziel ist es, Angebote für Neuangekommene in allen Phasen des Integrationsprozesses schnell und auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten anzubieten.  Als Bildungsträgerverbund stellt sie ein Projekt mit modellhaftem Charakter dar, das gekennzeichnet ist durch die jahrelange Erfahrung und Vernetzung der lokal ansässigen Bildungsträger, die vertrauensvoll miteinander kooperieren anstatt in Konkurrenz zueinander zu stehen.

Am 29. Juni informierte sich Dennis Rohde, Mitglied des Bundestages (MdB), umfassend über die Ammerland-Allianz für Bildung und Qualifizierung. Neben Frank Ritterhoff, Kommunaler Koordinator der Bildungsangebote für Neuzugewanderte und Winfried Krüger, Geschäftsführer der kvhs Ammerland gGmbH, waren auch Peter Tobiassen vom Evangelischen Bildungswerk Ammerland sowie die Vertreter der anderen Bildungsträger der Ammerland-Allianz vor Ort und berichteten von den gemeinsamen Aktivitäten der Allianz. Ebenfalls anwesend war Ralf Geerdes, Geschäftsführer des Jobcenters Ammerland, das eng mit der Ammerland-Allianz kooperiert.

Der Bildungsträgerverbund stimmt seine Aktivitäten effektiv aufeinander ab, um gemeinsam dem Ziel der bestmöglichen Integration der Flüchtlinge gerecht zu werden. Beispielsweise findet im Bereich der Sprachkurse eine enge Abstimmung statt, um zu gewährleisten, dass das Angebot an Sprachkursen im Ammerland wohnortnah und bedarfsgerecht ist.

Zudem werden Flüchtlinge im Rahmen einzelner Qualifizierungen übergangslos von einem Bildungsträger zum anderen weitergeleitet, um unnötige Pausen und Wartezeiten zu minimieren. Das Schlüsselwort hierfür sind Bildungsketten, die von den Trägern untereinander konzipiert und umgesetzt werden, um zu vermeiden, dass der individuelle Integrationsprozess ins Stocken gerät.

Die Arbeit der Ammerland-Allianz umfasse alle wesentlichen Phasen des Integrationsprozesses: Sprachkurse, berufliche Qualifizierung, vorberufliche Qualifizierung, informieren über den regionalen Arbeitsmarkt sowie politische und kulturelle Bildung, so die Mitglieder.

MdB Dennis Rohde zeigte sich angetan von der konkreten Umsetzung vor Ort und diskutierte mit der Allianz über Möglichkeiten den Integrationsprozess auch durch Maßnahmen auf Bundesebene voranzutreiben.

Allianz und Jobcenter waren sich dabei insbesondere darin einig, dass die Vielfalt verschiedenster Förderprogramme, die in jeweils unterschiedlicher Verantwortung diverser Landes- und Bundesministerien neu aufgelegt werden, vor Ort zu Problemen in der Planbarkeit konkreter Hilfsangebote führen. So verschwänden Teilnehmer einzelner Sprachkurse gelegentlich von einem Tag zum anderen, da sie an einem neu aufgelegten Arbeitsmarktintegrationsprojekt teilnähmen, obwohl sie noch nicht in hinreichendem Ausmaß der deutschen Sprach mächtig sind. Auch wurde deutlich gemacht, dass die Allianz-Träger gerne mehr Integrationskurse anbieten würden, dies jedoch aufgrund der Bewilligungspraxis des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gegenwärtig nur schwer möglich sei. Auch die Problematik, dass viele Hilfsangebote nur für Teilgruppen der Flüchtlinge (Herkunftsländer: Iran, Irak, Syrien und Eritrea) zugänglich seien, während andere von der Förderung ausgeschlossen seien wurde angesprochen.

MdB Dennis Rohde lobte die Ammerländer Bemühungen und versprach, sich im Rahmen der weiteren Beratungen über das neue Integrationsgesetz im Sinne der Ammerland-Allianz einsetzen zu wollen.

Text: Imke Rothe, KVHS Ammerland

Flyer der Ammerland-Allianz für Bildung und Qualifizierung